Wie gehen wir vor

Interviews

In Interviews mit Expert*innen, Betroffenen und auch konfliktbeteiligten Bürger*innen werden die Hintergründe und Details solcher Angriffe genauer beleuchtet. Dadurch wird eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den Eskalationsprozessen und –dynamiken ermöglicht.

Die Interviews sind abgeschlossen. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden!

Interviews mit Expert*innen

Im Rahmen des Forschungsprojektes werden wir Expert*innen interviewen, die sowohl einen Überblick über das Tätigkeitsfeld der jeweiligen Berufsgruppe als auch über die Gewaltthematik im Speziellen haben. Zudem wird in diesen Gesprächen in Erfahrung gebracht, welche Maßnahmen zur Prävention und Nachbetreuung von Angriffen in den einzelnen Organisationen bereits bestehen.

Interviews mit Betroffenen

Aus Gesprächen mit Personen, die bereits einen Angriff erlebt haben, erhalten wir einen Einblick, wie solche Konfliktsituationen zustande kommen. Durch den Blickwinkel der persönlich Betroffenen werden Details dieser Ereignisse offengelegt. So können geeignete Präventionskonzepte erarbeitet werden, die die Bedürfnisse der Betroffenen einbeziehen.

Interviews mit konfliktbeteiligten Bürger*innen

Bislang fehlt die Perspektive der konfliktbeteiligten Bürger*innen weitgehend in der Forschung. Die Berücksichtigung dieses Blickwinkels ist jedoch notwendig, um das Verständnis über die Entstehung und Entwicklung solcher Situationen zu erweitern. Daher wird mithilfe von Interviews auch die Sicht der Personen berücksichtigt, die bereits in eine Auseinandersetzung mit Mitarbeiter*innen von Organisationen mit Sicherheitsaufgaben geraten sind.

Onlinebefragungen

Um eine größere Datengrundlage zu Angriffen auf Mitarbeiter*innen von Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zu erhalten, werden im Projekt mehrere Onlinebefragungen durchgeführt. Insgesamt gibt es drei Befragungen, die unterschiedliche Perspektiven beleuchten.

Lagebild

Durch eine deutschlandweite Befragung wird ein überregionales Lagebild zum Thema Gewalt gegen Mitarbeitende von Organisationen mit Sicherheitsaufgaben erstellt.

In dieser Befragung gibt es zwei Schwerpunkte:
1) Wir möchten herausfinden, wie Sie bedrohliche und gefährliche Situationen bislang erlebt haben und deeskalieren konnten, sodass ein körperlicher Angriff verhindert werden konnte. Darauf können wir aufbauen und Maßnahmen zu Ihrem Schutz und dem Ihrer Kolleg*innen entwickeln.
2) Ein weiterer Aspekt ist die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Berufsgruppen in Gefahrensituationen (z.B. Absprachen oder die Weitergabe von Informationen). Dadurch, dass wir 7 verschiedene Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben einheitlich befragen, können wir herausfinden, was bei der Zusammenarbeit gut funktioniert und welche Bereiche optimiert werden könnten.
Im Gegensatz zum Ereignisprotokoll ist diese Befragung einmalig und dauert ca. 10 – 20 min.

Die Befragung fand im Zeitraum vom 1. August – 30. September 2021 statt und ist daher bereits abgeschlossen. Vielen Dank für die vielen Teilnahmen!

Ereignisprotokoll

Bislang fehlen verlässliche Zahlen darüber, wie kontinuierlich Mitarbeitende von Organisationen mit Sicherheitsaufgaben körperliche oder verbale Angriffe im Dienst erleben. Erstmalig in der wissenschaftlichen Aufarbeitung dieses Themengebiets werden derartige Angriffe daher im Rahmen von AMBOSAFE über einen längeren Zeitraum erfasst. Durch eine regelmäßige und wöchentliche Rückmeldung dazu, ob sich ein Angriff ereignet hat oder nicht über insgesamt vier Monate hinweg, können verlässliche Zahlen erfasst werden, wie häufig Mitarbeitende dies erleben. Falls in diesem Zeitraum ein Angriff stattgefunden hat, werden ergänzend Informationen zu angreifenden Personen, den Begleitumständen und Folgen des Vorfalls erfasst. Hierdurch werden die Hintergründe der Angriffe herausgearbeitet.

Die Befragung hat von Mai bis August 2021 stattgefunden und ist daher bereits abgeschlossen. Vielen Dank für die vielen und regelmäßigen Teilnahmen!

Abfrage aktueller Maßnahmen

Die bereits bestehenden Angebote zu Prävention und Nachbetreuung bei Angriffen auf Beschäftigte von Organisationen mit Sicherheitsaufgaben werden über eine Onlineumfrage erhoben. Hier können Führungskräfte angeben, welche derartigen Maßnahmen es in ihrem Unternehmen gibt. Auf diese Weise kann ein Überblick über bestehende Angebote erstellt und herausgearbeitet werden, welche Verbesserungsmöglichkeiten bestehen. Diese Informationen dienen der Ausarbeitung von möglichst passgenauen und praxisnahen Handlungsvorschlägen zur Prävention und Nachbetreuung von Angriffen.

Die Befragung ist bereits abgeschlossen.

Aktenanalyse

Im Projekt wird ebenfalls die polizeiliche und justizielle Verarbeitung von Angriffen auf Mitarbeitende von Organisationen mit Sicherheitsaufgaben betrachtet. Dazu wird mithilfe von staatsanwaltschaftlichen Aktenzeichen solcher Vorfälle Akteneinsicht beantragt und anschließend eine systematische Auswertung der Akten erfolgen.

Übungen

Aus den gewonnen Erkenntnissen der Studie sollen neue Ansätze für Schulungen oder Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, die die Zusammenarbeit der verschiedenen BOS unterstützen. In drei gemeinsam gestalteten Übungen werden diese ersten Ansätze durchgeführt, wissenschaftlich begleitet und erprobt.
In drei Einsatzszenarien zu häuslicher Gewalt, aggressiven Übergriffen eines Patienten in einer Notaufnahme und randalierenden Fußballfans im Bahnhofsbereich wird die Zusammenarbeit der jeweilig beteiligten Berufsgruppen beobachtet und untersucht.

Die erste Übung von Rettungsdienst und Polizei zu häuslicher Gewalt hat Ende Oktober 2021 stattgefunden und wurde mit Einsatzkräften des Polizeipräsidiums Frankfurts und des DRK Rettungsdienst Offenbach gGmbH unterstützt. Einen Bericht zur ersten Übung gibt es hier.

Die zweite Übung von Rettungsdienst und Polizei fand auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main im Juni 2022 statt. Eine Beschreibung der Übung können Sie hier einsehen.